Emma Blog Formelle E-Mails auf Englisch: 4 Fallen, die sofort verraten, dass du kein Native bist
Formelle E-Mails auf Englisch: 4 Fallen, die sofort verraten, dass du kein Native bist
Vier typische Stolperfallen in englischen Business-Mails — von der Anrede bis zur Verabschiedung. So klingst du höflich, professionell und nicht wie eine Übersetzung aus dem Deutschen.
Ich korrigiere jede Woche Dutzende Business-Mails von deutschen Muttersprachlern, und ehrlich: Die Fehler sind fast immer dieselben. Es sind keine Grammatikfehler im klassischen Sinn — es sind kulturelle Übersetzungen. Man schreibt Dear Sir or Madam, weil das deutsche „Sehr geehrte Damen und Herren“ so schön förmlich klingt, und wundert sich, warum die Antwort kühl ausfällt. Dabei klingt diese Anrede im Englischen oft steif und anonym. Heute nehme ich vier Fallen auseinander, in die fast jeder einmal tappt — und zeige dir, was Native Speaker stattdessen schreiben.

Falle 1: Die Anrede, die niemanden anspricht
Im Deutschen ist die anonyme Anrede völlig normal. Im Englischen signalisiert Dear Sir or Madam oft: „Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, Ihren Namen herauszufinden.“ Wenn du den Namen kennst, nutze ihn. Und Vorsicht: Ms ist im Business die sichere Wahl für Frauen, Mrs verrät den Familienstand und wirkt schnell veraltet.
| Situation | Empfohlen | Vermeiden |
|---|---|---|
| Name bekannt (Frau) | Dear Ms Carter | Dear Mrs Carter |
| Name bekannt (Mann) | Dear Mr Hughes | Dear Mister Hughes |
| Name unbekannt | Dear Hiring Team | Dear Sir or Madam |
Falle 2: Die Bitte, die wie ein Befehl klingt
Deutsche Höflichkeit ist direkt: „Bitte senden Sie mir das Dokument.“ Wörtlich übersetzt wird daraus Please send me the document — grammatisch korrekt, aber im Englischen klingt das schnell wie eine Anweisung. Native Speaker bauen eine weiche Frage: Could you please send me the document? oder noch höflicher I would appreciate it if you could send the document.
Falle 3: Das „Verständnis“, das niemand braucht
Der Klassiker: I hope for your understanding — eine Eins-zu-eins-Übersetzung von „Ich hoffe auf Ihr Verständnis“. Klingt logisch, wirkt aber im Englischen fremd. Besser: Thank you for your understanding. Und wenn du dich für eine Verzögerung entschuldigst, bleib konkret statt dramatisch: I apologize for the delay. Nicht „I am very very sorry“ — das wirkt übertrieben.
Falle 4: Die Verabschiedung, die zu privat wird
With best regards ist nicht falsch, aber schwerfällig. Best regards oder Kind regards reichen völlig. Und Finger weg von Yours faithfully — das ist britisches Behördenenglisch und wirkt heute antiquiert. Bei einer ersten Kontaktaufnahme ohne Namen passt es noch, sonst nicht.
Kommentare
Artikeldiskussion: Schülerkommentare und Antworten der GoTxt-Lehrerin
Ich freue mich auf Emotionen und Kommentare — Begeisterung, Debatten, sogar Hate willkommen. Schreibt unten 👇
Meine Antwort nicht verpassen? E-Mail hinterlassen — ich schicke eine Kopie.