Yuki Blog Wenn Wörter verreisen: Japanische Redewendungen, die kein Wörterbuch erklärt
Wenn Wörter verreisen: Japanische Redewendungen, die kein Wörterbuch erklärt
Kennst du das Gefühl, wenn eine japanische Redewendung dich sprachlos macht? Yuki zeigt dir, wie du unübersetzbare Ausdrücke lernst – mit Bildern, Geschichten und einer Prise Humor.
Stell dir vor, dein japanischer Freund niest, und du sagst brav „Gesundheit!“. Er schaut dich irritiert an. In Japan sagt man in diesem Moment nämlich 大丈夫ですか – sinngemäß „Geht es dir gut?“. Kein Wunder, dass wir beim Japanischlernen oft den Faden verlieren: Manche Ausdrücke stecken voller Kultur, die sich nicht 1:1 übersetzen lässt. Ich bin Yuki, deine Lehrerin bei GoTxt, und ich liebe genau diese Momente, in denen Sprachen „verreisen“. Heute schauen wir uns Redewendungen an, die sich jeder logischen Übersetzung widersetzen – und ich verrate dir, wie du sie trotzdem (oder gerade deshalb!) mühelos behältst. Versprochen: Am Ende sagst du nicht mehr „Das kann ich nicht lernen“, sondern 案ずるより産むが易し – „Sorgen machen ist schwerer als die Geburt“ – also: Mach einfach!

Warum „die Katze im Sack“ in Japan niemand versteht
Jede Sprache hat ihre eigenen Bilder. Während wir Deutschen „die Katze im Sack kaufen“, sagt man in Japan 猫の手も借りたい – „Ich möchte mir sogar eine Katzenpfote ausleihen“. Gemeint ist: Ich bin so beschäftigt, dass mir jede Hilfe recht wäre. Klingt absurd? Genau das ist der Punkt! Wenn du solche Ausdrücke hörst, versuche nicht, sie Wort für Wort zu übersetzen. Stell dir stattdessen die Szene bildlich vor: eine gestresste Person, die einer Katze die Pfote schüttelt. Dieses Bild bleibt im Kopf hängen – viel besser als jede Vokabelliste. Und wenn dich jemand fragt, wie du „jemandem die Daumen drücken“ auf Japanisch sagst? Das ist 声援を送る – „seine Stimme senden“. Nicht logisch, aber wunderschön, oder?
Die Sache mit dem „wie sagt man“ – und warum Fragen Gold wert sind
Als Lehrerin höre ich oft: „Yuki, wie sagt man ‚das ist mir Wurst‘ auf Japanisch?“ Meine ehrliche Antwort: Das ist kompliziert. Es gibt どうでもいい für „ist mir egal“, aber die Wurst steckt da nicht drin. Genau hier beginnt das eigentliche Lernen: Statt nach einer perfekten Übersetzung zu suchen, frag dich lieber: „Welches Bild drückt das Gleiche aus?“ Japanisch hat zum Beispiel 頭に来る – wörtlich „es kommt zum Kopf“ – für „es macht mich wütend“. Deutsch sagt „das Blut kocht“. Beides zeigt: Wut steigt nach oben! Solche Vergleiche sind wie kleine Schätze. Notiere sie dir, male sie sogar auf – ja, wirklich! Wer 目から鱗が落ちる („mir fallen Schuppen von den Augen“) lernen will, sollte sich einen Fisch mit Brille vorstellen. Klingt albern? Funktioniert aber.
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