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Giulia Blog Der italienische Verben-Endgegner: **fare** meistern statt verzweifeln

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Der italienische Verben-Endgegner: **fare** meistern statt verzweifeln

Warum **fare** für Deutschsprachige zur Falle wird – alle Formen, typische Fehler, Eselsbrücken und 4 Hörbeispiele für den sicheren Gebrauch.

Jede Sprache hat diesen einen Alleskönner, der harmlos aussieht und dich dann in der dritten Woche zur Verzweiflung treibt. Im Italienischen heißt er fare. „Machen“ oder „tun“, denkt man sich, easy. Und dann sagt deine italienische Freundin Mi fai un favore? und du verstehst jedes Wort, aber nicht, warum hier nicht faccio steht. Oder du willst erzählen, dass du gestern Sport gemacht hast, und plötzlich heißt es ho fatto sport – mit einem Partizip, das du nie gelernt hast. Fare ist der häufigste unregelmäßige Verbe des Italienischen, und genau deshalb lohnt es sich, ihn einmal richtig zu durchdringen. Ich zeige dir heute, wie du seine Formen sortierst, welche Fehler Deutsche ständig machen und mit welchen Bildern sie endlich hängen bleiben.

Der italienische Verben — illustration | GoTxt.ai

Warum fare so tückisch ist

Das Problem ist nicht die Bedeutung, sondern die Reichweite. Fare deckt im Italienischen ab, wofür das Deutsche drei oder vier Verben braucht: machen, tun, herstellen, zubereiten – und manchmal sogar „lassen“. Faccio la pasta heißt nicht „ich mache die Nudeln“, sondern „ich koche die Nudeln“. Fare la doccia ist duschen, fare una domanda ist eine Frage stellen. Wer wörtlich übersetzt, baut Sätze, die grammatisch klingen und trotzdem falsch sind. Der zweite Stolperstein: fare ist im Präsens völlig unregelmäßig, aber im Passato prossimo nimmt es ein Partizip, das man nicht erraten kann – fatto. Und drittens: Deutsche verwechseln es ständig mit rendere oder lasciare, wenn „machen“ im Sinne von „verursachen“ gemeint ist.

Die Formen im Überblick

Schauen wir uns das Gerüst an. Präsens, Passato prossimo, Imperfetto und Futuro – vier Zeiten, die im Alltag 90 Prozent ausmachen.

Person Präsens Passato prossimo Imperfetto Futuro semplice
io faccio ho fatto facevo farò
tu fai hai fatto facevi farai
lui/lei fa ha fatto faceva farà
noi facciamo abbiamo fatto facevamo faremo
voi fate avete fatto facevate farete
loro fanno hanno fatto facevano faranno

Auffällig: Der Stamm wechselt. Im Präsens und im Futuro siehst du fac- bzw. far-, im Imperfetto plötzlich face-. Genau hier entstehen die meisten Fehler. Hör dir die wichtigste Form einmal an:

::say Faccio la pasta per cena, tu che cosa fai?

Die vier klassischen Fehler der Deutschen

Fehler eins: io faccio statt einfach faccio. Das Pronomen ist im Italienischen meist überflüssig, weil die Endung schon sagt, wer handelt. Fehler zwei: fare mit a oder di verwechseln. Imparo a fare – ich lerne zu machen. Provo a fare – ich versuche zu machen. Aber: Cerco di fare

– ich versuche zu machen. Hier hilft nur Auswendiglernen, keine Logik. Fehler drei: das Partizip. Es heißt
fatto, nicht „facuto“ und nicht „facciuto“. Fehler vier: fare als Wetterverb. Fa caldo heißt „es ist warm“, nicht „es macht warm“.

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