Priya Blog Hindi-Grammatik ohne Panik: Der Verb-Chamäleon **karnā** meistern
Hindi-Grammatik ohne Panik: Der Verb-Chamäleon **karnā** meistern
Warum **karnā** (machen/tun) der wichtigste Schlüssel im Hindi ist – mit allen Formen, typischen Fehlern für Deutschsprechende und Eselsbrücken, die wirklich hängen bleiben.
Jede Sprache hat diesen einen Alleskönner, der überall auftaucht. Im Hindi ist das karnā – «machen, tun». Klingt harmlos, oder? Ist es aber nicht. Denn karnā ist kein normales Verb, sondern ein Baukasten: Es bildet Hunderte von Ausdrücken, von khānā karnā (essen machen) bis madad karnā (helfen). Meine Schüler stöhnen zuerst immer: „Warum macht dieses eine Wort so viel?“ Genau deshalb lohnt es sich, karnā einmal richtig zu durchdringen. Wer dieses Verb beherrscht, versteht plötzlich die halbe gesprochene Sprache. Also los – ohne Angst vor den Formen.

Was karnā eigentlich bedeutet – und warum es überall ist
Karnā heißt wörtlich «tun/machen». Aber im Hindi benutzt man es wie ein Werkzeug: Man nimmt ein Nomen und klebt karnā dahinter – fertig ist das Verb. Deutschsprechende wollen immer ein eigenes Verb, aber Hindi denkt anders.
| Deutsch | Hindi (Nomen + karnā) | Wörtlich |
|---|---|---|
| helfen | madad karnā | Hilfe machen |
| telefonieren | phone karnā | Telefon machen |
| sich ausruhen | ārām karnā | Ruhe machen |
| sich entscheiden | faislā karnā | Entscheidung machen |
| sich entschuldigen | māfī karnā | Verzeihung machen |
Das ist die erste große Erleichterung: Du musst nicht jedes Verb einzeln pauken. Du lernst das Nomen, hängst karnā dran – und wirst verstanden.
Die Formen: Präsens, Vergangenheit, Zukunft
Jetzt wird es ernst, aber überschaubar. Karnā ist unregelmäßig – sein Stamm wechselt je nach Person und Zeit. Merke dir die drei Grundstämme: kar- (Präsens), kiyā (Perfekt), karegā (Futur).
| Person | Präsens | Perfekt | Futur |
|---|---|---|---|
| ich (m) | ma͂ĩ kartā hū͂ | ma͂ĩ ne kiyā | ma͂ĩ karū͂gā |
| du (m) | tū kartā hai | tū ne kiyā | tū karegā |
| er/sie | vah kartā hai | us ne kiyā | vah karegā |
| wir | ham karte ha͂ĩ | ham ne kiyā | ham kare͂ge |
Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Das Perfekt verlangt ne vor dem Subjekt – ma͂ĩ ne kiyā, nicht «ma͂ĩ kiyā». Zweitens: Das Verb richtet sich im Perfekt nach dem Objekt, nicht nach dem Subjekt. Das ist der klassische Stolperstein.
ma͂ĩ ne kām kiyā
Die drei Fehler, die fast jeder Deutschsprecher macht
Fehler eins: ne vergessen. Im Deutschen sagen wir «Ich habe gemacht» – im Hindi braucht das transitive Perfekt die Postposition ne. Ohne sie klingt der Satz falsch.
Fehler zwei: Genus am Verb ignorieren. Sagt eine Frau ma͂ĩ kartā hū͂, klingt es, als hätte sie sich vertippt. Richtig ist ma͂ĩ kartī hū͂. Das Verb verrät dein Geschlecht – ob du willst oder nicht.
Fehler drei: karnā mit «sein» verwechseln. Vah kām kartā hai = «Er macht Arbeit». Aber vah kām hai = «Es ist Arbeit». Ein Buchstabe, völlig andere Bedeutung.
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