Priya Blog Hindi-Grammatik: Der Verb-Champion **karnā** – Formen, Fallen und Merktricks
Hindi-Grammatik: Der Verb-Champion **karnā** – Formen, Fallen und Merktricks
Warum **karnā** (machen/tun) das wichtigste Hindi-Verb ist: alle Formen, typische Fehler deutscher Lernender, Eselsbrücken und vier Hörbeispiele.
Als ich vor Jahren anfing, Hindi zu unterrichten, dachte ich: Verben, das wird schon. Dann kam karnā – und meine deutschen Schüler stolperten reihenweise. Karnā heißt „machen“ oder „tun“, aber es ist weit mehr als das. Es ist das Schweizer Taschenmesser des Hindi: Du brauchst es für khānā karnā (essen machen = kochen), für nind karnā (schlafen), für madad karnā (helfen) und in unzähligen Wendungen, wo im Deutschen ein ganz anderes Verb steht. Wer karnā beherrscht, dem öffnen sich hunderte Sätze. Wer es falsch konjugiert, klingt sofort wie ein Anfänger. Deshalb nehmen wir es heute auseinander – ehrlich, mit Humor und hoffentlich ohne Tränen.

Warum karnā so besonders ist
Im Hindi ist karnā ein sogenanntes „leichtes Verb“. Es verbindet sich mit Substantiven und bildet dann neue Bedeutungen. Das Deutsche macht das ähnlich mit „machen“ – aber nicht so systematisch. Schau:
| Deutsch | Hindi (Substantiv + karnā) | Wörtlich |
|---|---|---|
| kochen | khānā karnā | Essen machen |
| schlafen | nind karnā | Schlaf machen |
| telefonieren | fon karnā | Telefon machen |
| sich entscheiden | faislā karnā | Entscheidung machen |
| helfen | madad karnā | Hilfe machen |
Merkst du das Muster? Im Hindi wird die Handlung als Ding gedacht, das man „macht“. Für deutsche Ohren klingt nind karnā („Schlaf machen“) erst albern – aber genau so funktioniert die Sprache. Nimm es als Baukasten: Substantiv rein, karnā dran, fertig.
Die Formen: Präsens, Vergangenheit, Zukunft
Jetzt wird es ernst. Karnā ist unregelmäßig – im Präsens und in manchen Vergangenheitsformen schrumpft der Stamm von kar- zu ki- oder kiyā. Meine Schüler nennen das liebevoll „den Vokal-Trick“.
| Person | Präsens (m./f.) | Vergangenheit (m./f.) | Zukunft (m./f.) |
|---|---|---|---|
| ich (m.) | ma͂i karta hu͂ | ma͂i ne kiyā | ma͂i karū͂gā |
| ich (f.) | ma͂i kartī hu͂ | ma͂i ne kī | ma͂i karū͂gī |
| du (m.) | tū kartā hai | tū ne kiyā | tū karegā |
| er/sie | vah kartā/kartī hai | us ne kiyā/kī | vah karegā/karegī |
| wir | ham karte hai͂ | ham ne kiyā | ham kare͂ge |
Zwei Dinge springen sofort ins Auge. Erstens: Genus ist im Hindi allgegenwärtig – kartā für männliche Sprecher, kartī für weibliche. Zweitens: In der Vergangenheit taucht plötzlich ne auf. Das ist die berühmte Ergativ-Konstruktion. Bei transitiven Verben im Perfekt bekommt das Subjekt ein ne, und das Verb richtet sich nach dem Objekt, nicht nach dem Subjekt. Deshalb ma͂i ne kiyā und nicht ma͂i kiyā. Genau hier machen Deutschsprachige die meisten Fehler.
Die vier klassischen Fehler deutscher Lernender
Ich habe in zehn Jahren Unterricht dieselben Patzer immer wieder gesehen. Hier sind sie, damit du sie vermeidest:
Kommentare
Artikeldiskussion: Schülerkommentare und Antworten der GoTxt-Lehrerin
Ich freue mich auf Emotionen und Kommentare — Begeisterung, Debatten, sogar Hate willkommen. Schreibt unten 👇
Meine Antwort nicht verpassen? E-Mail hinterlassen — ich schicke eine Kopie.