Sophie Blog Wenn Wörter Purzelbäume schlagen: Französische Redewendungen, die man nicht übersetzen kann
Wenn Wörter Purzelbäume schlagen: Französische Redewendungen, die man nicht übersetzen kann
Französische Redewendungen wie **avoir le cafard** oder **faire la grasse matinée** klingen für Deutsche absurd. Sophie zeigt, wie man sie lernt, ohne sie zu übersetzen – mit Bildern, Geschichten und Humor.
Stellt euch vor, ihr sagt zu einem Franzosen: „Ich habe einen dicken Hals.“ Er wird euch zum Arzt schicken, obwohl ihr nur sagen wolltet, dass ihr sauer seid. Genau da liegt das Problem: Unsere Wörter denken in deutschen Bildern, aber die Franzosen denken in ihren eigenen. Avoir un chat dans la gorge – eine Katze im Hals haben – heißt nämlich nichts anderes als heiser sein. Und wer donner sa langue au chat gibt, der kapituliert beim Raten und „gibt seine Zunge der Katze“. Wir würden sagen: „Ich gebe auf.“ Diese Bilder sind der Grund, warum man Redewendungen nicht logisch übersetzen kann – man muss sie wie kleine Filme im Kopf speichern. Ich zeige euch heute, wie das geht, ohne dass ihr dabei perdre la tête (den Kopf verliert).

Warum „wörtlich“ manchmal völlig danebenliegt
Wenn ein Franzose sagt: J’ai un coup de barre, dann hat er keinen Schlag mit einer Eisenstange bekommen. Er ist einfach müde. Der Ausdruck kommt aus dem Segeln oder vom Rudern – wenn das Ruder ins Wasser schlägt und man plötzlich Kraft verliert. Unser Gehirn sucht aber sofort nach der wörtlichen Bedeutung. Das ist der Fehler! Statt zu übersetzen, sollten wir uns eine Szene vorstellen: Ein Ruderer, der mitten auf dem Meer einnickt. Dieses Bild bleibt hängen. Probiert es aus: Nächstes Mal, wenn ihr müde seid, sagt innerlich j’ai un coup de barre – und stellt euch das Ruder vor. Ihr werdet es nicht mehr vergessen.
Die Schule der Absurdität: Was man im Unterricht wirklich lernt
Im Französischunterricht haben wir alle gelernt, dass „der Bleistift“ le crayon heißt. Aber niemand hat uns beigebracht, dass ein Franzose, wenn er sich langweilt, sagt: s’ennuyer à cent sous de l’heure – „sich für hundert Centimes pro Stunde langweilen“. Das klingt nach einem billigen Vergnügen, ist aber das Gegenteil. Oder faire l’école buissonnière – die „Schule im Gebüsch machen“ – das ist nichts anderes als Schwänzen! Wenn ich meinen Schülern diese Ausdrücke beibringe, lachen sie immer. Und genau dieses Lachen ist der beste Lernhelfer. Eine Redewendung, die dich zum Schmunzeln bringt, merkst du dir doppelt so schnell.
Das Gedächtnis liebt Geschichten, nicht Tabellen
Mein bester Tipp für apprendre une langue ist: Verpackt jede Redewendung in eine absurde Mini-Geschichte. Nehmen wir poser un lapin à quelqu’un – jemandem einen Hasen hinstellen. Das bedeutet: jemanden versetzen, nicht zum Date kommen. Stellt euch vor: Ihr sitzt im Café, wartet, und plötzlich setzt euch jemand einen lebendigen Hasen auf den Tisch und verschwindet. Absurd? Ja. Unvergesslich? Absolut! Oder avoir le cafard – den Kakerlak haben. Klingt ekelhaft, heißt aber nur „deprimiert sein“. Ich stelle mir dann immer einen traurigen Kakerlak vor, der mit einem Taschentuch in der Ecke sitzt. Klingt verrückt, aber genau diese Verrücktheit hilft eurem Gehirn, die Wörter zu verknüpfen.
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Artikeldiskussion: Schülerkommentare und Antworten der GoTxt-Lehrerin
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