Ananya Blog Wenn Wörter Purzelbäume schlagen: Bengalesische Redewendungen, die man nicht übersetzen kann
Wenn Wörter Purzelbäume schlagen: Bengalesische Redewendungen, die man nicht übersetzen kann
Tauch ein in die Welt der bengalischen Idiome! Ananya zeigt dir, warum „den Tiger am Schwanz ziehen“ mehr als nur Mut bedeutet und wie du diese Bildersprache mit einfachen Tricks lernst.
Stell dir vor, du sagst auf Bengali, dass du jemandem „die Zunge verschlucken“ willst — und meinst damit, dass du dich vor Scham am liebsten verkriechen würdest. Klingt absurd? Willkommen in der wunderbaren Welt der Redewendungen! Als eure GoTxt-Lehrerin Ananya höre ich oft den Satz: „Ich verstehe jedes Wort, aber den Sinn nicht.“ Genau das ist der Zauber von মুখে ফুল চন্দন পড়ুক (mukhe phul chondon poruk) — wörtlich „mögen Blumen und Sandelholz in deinen Mund fallen“, was so viel heißt wie: „Mögest du nur Gutes sprechen.“ Eine wunderschöne Art, jemandem ein Kompliment zu machen, oder? Heute schauen wir uns an, warum manche বাগধারা (bagdhara), also Redewendungen, nicht logisch übersetzbar sind — und wie du sie trotzdem ganz leicht in deinen aktiven Wortschatz holst. Versprich mir nur eines: Du wirst nicht alles wörtlich nehmen!

Warum wir nicht „Pferd“ zu jedem Pferd sagen
Im Deutschen ziehen wir den Schwanz ein, wenn wir Angst haben. Im Bengalischen? Da heißt es ভয় পেয়ে লেজ গুটিয়ে নেওয়া (bhoy peye lej gutiye newa) — „vor Angst den Schwanz einziehen“. Moment, das klingt ja fast gleich! Aber dann kommen die Fallstricke: Wenn ein Deutscher „ins Fettnäpfchen tritt“, macht ein Bengale einen গোঁফে খেলা (gôphe khela) — er „spielt mit dem Schnurrbart“ eines anderen, also provoziert er jemanden. Und wenn wir sagen „das ist ein Katzensprung“, dann ist es in Dhaka ein হাতের কাছেই (hater kachei) — „in Reichweite der Hand“. Die Bilder hinter den Wörtern sind verschieden, aber das Gefühl ist universell. Der Trick beim Lernen ist nicht, die Logik zu suchen, sondern das Bild zu fühlen. Frag dich: Was siehst du vor deinem inneren Auge, wenn jemand sagt, er habe মাথা খাওয়া (matha khaowa) — „den Kopf gegessen“? Es bedeutet nämlich: jemanden nerven, bis man ihm auf den Wecker geht!
Die Kunst des „Wie sagt man das?“
Wenn du im Gespräch stockst, weil dir die passende Redewendung fehlt, hab keine Scheu. Frage einfach: এটা কী করে বলব? (eta ki kore bolbo?) — „Wie sagt man das?“ Das ist der wichtigste Satz überhaupt! Ich ermutige dich: Nutze die Neugier deines Gegenübers. Bengalen lieben es, ihre Bildersprache zu erklären. Wenn du hörst, dass jemand আকাশ কুসুম কল্পনা (akash kusum kolpona) macht, also „Luftblumen erdenkt“, dann weißt du: Da träumt jemand von unmöglichen Dingen. Unser „Luftschlösser bauen“ ist dem ja gar nicht so fern. Aber die Blume macht es poetischer, findest du nicht? Versuch doch mal, beim Deutschsprechen eine bengalische Redewendung einzubauen und zu erklären, was sie bedeutet. So verfestigt sich das Muster in deinem Kopf. Lernen heißt hier: Nicht auswendig pauken, sondern mit der Kultur spielen.
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